Projekt Tiertafel

von Tobias Glaßner (Kommentare: 0)

Tiertafel Logo - Katze und Hund
© TSVI

Die Ingelheimer Tiertafel bietet seit Sommer 2014 eine verlässliche Unterstützung für bedürftige Menschen mit Haustier. Der Fokus liegt darauf, dass die Haustiere gut versorgt sind, auch wenn den Menschen die nötigen Mittel dazu fehlen. Lea Seibert von TSVI organisiert das Tiertafel-Projekt gemeinsam mit ihrem Vorstandskollegen Klaus Ehrenstamm und berichtet heute im Interview, über das erfolgreiche Projekt.

Redaktion TSVI:
Lea, wie funktioniert die Tiertafel?

Lea:
Einmal im Monat packen Klaus und ich Tüten mit Hundefutter, mit Katzenfutter und mit Futter für Kleintiere. Diese werden im Caritas-Zentrum Ingelheim, in Kooperation mit dem Brotkorb, an bedürftige Menschen mit Haustier ausgegeben. Unsere Unterstützung ist eine Ergänzung der Eigenversorgung, keine Vollversorgung.

Redaktion TSVI:
Wie viele Menschen, oder besser gesagt, wie viele Tiere werden dort versorgt?

Lea:
Das schwankt immer ein wenig. Mal kommen mehr, mal weniger Menschen. Rückblickend auf die letzten 2 ½ Jahre kann man sagen, dass wir pro Ausgabe wenigstens 15 Tüten für Hunde und 15 Tüten für Katzen gepackt haben. Wir hatten jedoch auch Hochzeiten, in denen bis zu 25 Tüten für Hunde und 25 Tüten für Katzen gepackt wurden. Hinzu kommen hier und da ein paar Tüten für Kleintiere. Das hängt immer davon ab, wie gut die Menschen ihre Tiere gerade selbst versorgen können.

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Redaktion TSVI:
Wer ist dazu berechtigt die Leistungen der Ingelheimer Tiertafel in Anspruch zu nehmen?

Lea:
Sowohl die Leistungen des Brotkorbs, als auch unsere, können nur von Leuten entgegengenommen werden, wenn sie einen Berechtigungsausweis vorzeigen. Diesen erhalten nur Menschen, die auf Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II, Wohngeld oder eine geringe Rente angewiesen sind. So ist es zum Beispiel die älter Frau von nebenan, deren Mann gestorben ist und die nun allein von ihrer schmalen Rente leben muss. Ihr Hund ist ihr Bezugspunkt. Er gibt ihr Kraft und muss versorgt werden. Wir helfen dabei.

Redaktion TSVI:
Lea, woher nehmt ihr das Futtermaterial, mit dem ihr die Tüten packt?

Lea:
Zu Beginn haben wir große Futtermittelhersteller kontaktiert und unsere Projektidee vorgestellt. Ihnen gefiel die Idee und so erhielten wir sporadisch Futter, das wir verteilen konnten.

Redaktion TSVI:
Das klingt gut. Aber ist auf regelmäßige Spenden der Futtermittelhersteller Verlass?

Lea:
Nein, damit lässt sich nur schwer planen. Nachdem wir gesehen haben, wie hoch der Bedarf war, wollten wir das Projekt auf solidere Beine stellen und haben eine Futterspendenbox bei real,- Markt Ingelheim platziert. Sie befindet sich im Eingangsbereich, gleich neben der Information. Dort kommen viele Menschen vorbei, die auch gerne etwas Futter spenden. Wir leeren die Box in regelmäßigen Abständen.

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Redaktion TSVI:
Die Kooperation mit real,- Markt Ingelheim beschränkt sich aber nicht nur auf die Futterspendenbox, richtig?

Lea:
Genau. Neben der Futterspendenbox gibt es auch die Möglichkeit Pfand-Bons vom Flaschen-Pfand zu spenden. So ist das Spenden noch einfacher, besonders für die Menschen, die sich mit Tierfutter nicht so gut auskennen, trotzdem aber etwas Gutes tun wollen. Sie werfen den Pfand-Bon vom Automaten direkt in den daneben hängenden Briefkasten – „Pfand für Pfoten“ haben wir es genannt. Real,- Markt Ingelheim überweist uns das Geld, mit dem wir dann wieder Futter einkaufen können. Diese Stütze nutzen wir, um das auszugleichen, was gerade weniger gespendet wurde.

© TSVI

Redaktion TSVI:
Das klingt nach viel Arbeit. Wie schafft ihr das, wer unterstützt euch?

Lea:
Das Kernteam bilden Klaus und ich. Wir stimmen uns ab, organisieren Futter und packen die Tüten. Nicht immer schaffen wir es, dann auch noch selbst die Ausgabe durchzuführen. Hierbei unterstützt uns das Brotkorb-Team rund um Kai Beckhaus, dem Leiter des Caritas-Zentrums, und auch andere Kollegen aus dem TSVI-Vorstand.

© TSVI © TSVI

Redaktion TSVI:
Für eure Arbeit sind die bedürftigen Tierhalter sicher dankbar.

Lea:
Ja, es ist wirklich toll. Die Menschen sind so dankbar, dass sie durch unser Projekt ihre tierischen Begleiter besser versorgen können. Viele sind darauf angewiesen und freuen sich sehr. Das ist der Moment, in dem du weißt, das Projekt ist jede Mühe wert.

Redaktion TSVI:
Lea, gibt es etwas, dass du uns noch mit auf den Weg geben möchtest?

Lea:
Ja. Das Projekt ist eine tolle Sache. Vieles läuft schon sehr gut. Aber wir brauchen Helfer, die uns beim Organisieren von Futterspenden und Packen der Tüten helfen. Wir sind alle berufstätigt und machen das nebenher. Da ist man für jede zusätzliche Hand dankbar. Wer uns helfen möchte, kann sich gerne via E-Mail an tiertafel@tsvi.de wenden. Wir freuen uns auf Unterstützung.

Redaktion TSVI:
Vielen Dank, für den Einblick in das Projekt Tiertafel Ingelheim!

 

Link zu Caritas-Zentrum Ingelheim: http://tinyurl.com/zwwqk5m

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